Lockere-Leine-Training

Eines der häufigsten Probleme, das Menschen mit ihren Hunden haben, ist das der Hund ständig an der Leine zieht. Da werden verschiedenste Methoden ausprobiert, nachhaltiger Erfolg bleibt jedoch häufig aus. Hund und Halter arrangieren sich irgendwie. Eine beliebte "Lösung" ist es, den Hund, wann immer es möglich ist, von der Leine zu lassen um sich die ewige Diskussion um die lockere Leine zu ersparen. Spaziergänge, bei denen eine Leine erforderlich wäre, beispielsweise in der Stadt, werden dann immer seltener. Aber warum zieht der Hund? Was sollte man lieber nicht ausprobieren, um den ziehenden Hund zur Vernunft zu bringen? Und was hilft wirklich, damit der Hund aufhört an der Leine zu ziehen?

Hunde unter Zugzwang

Warum zieht der Hund? Die Antwort ist eigentlich denkbar einfach: weil er Erfolg damit hat. Hunde wollen ihre Umwelt erkunden, ganz besonders dann wenn Sie noch jung sind. Mit ihrem unfassbar feinen Geruchssinn verfolgen sie Duftspuren und nehmen dabei Dinge wahr, die weit außerhalb unserer sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten liegen. Jeder kennt das Bild des Hundes, der mit seiner Nase knapp über dem Boden, voll konzentriert, die Stirn in tiefen Falten, mit voller Kraft in den Seilen hängt. Offenbar ist er dann vollkommen unfähig, das genervte Herrchen am anderen Ende der Leine überhaupt noch wahrzunehmen. Herrchen zieht und zerrt seinerseits am Hund rum und beklagt seine schmerzende Schulter. Der Hund kann sein Ziel, nämlich die Tageszeitung aus Duftspuren auf seinem Weg zu lesen aber immer weiter verfolgen. Da vorne an der Laterne steht schon der nächste interessante Artikel – und weiter geht’s.

Verspannungen und Kopfschmerzen

Eine schnelle Lösung, die leider immer noch sehr häufig Anwendung findet, ist die Verwendung eines Halsbandes. Gerne auch in Form von Würgehalsbändern oder Korrekturhalsbändern. Solche Hilfsmittel verstoßen aus meiner Sicht definitiv gegen das Tierschutzgesetz. Solche Halsbänder, die leider immer noch vertrieben werden und von manchen selbsternannten Hundeflüsterern als Allheilmittel für allerlei hundliches Fehlverhalten angepriesen werden, können beim Hund zu schweren Verletzungen führen.

Der Hundehalter ist genervt, hat von der ständigen Zieherei seines Hundes Schmerzen im der Hand, im Arm, die Schulter ist verspannt, vielleicht hat er sogar schon Kopfschmerzen von den Muskelverspannungen im Nackenbereich. Da ist der Leidensdruck schon sehr hoch. Aus meiner Sicht kann es aber keine Lösung sein, all diese Begleiterscheinungen an den Hund weiterzugeben. Genau das tut man nämlich in dem Moment, in dem man den Hund mit einem Halsband auf Zug durch die Gegend schleift oder sich schleifen lässt. Denn auch Hunde können natürlich Verspannungen im Nackenbereich entwickeln, Wirbel können sich verschieben und Kopfschmerzen können entstehen. Im Gegensatz zu uns Menschen können Hunde das aber nicht äußern. Und unkontrolliertes Reißen am Halsband kann zu schweren Verletzungen an Wirbelsäule, Muskulatur, Kehlkopf, Luftröhre etc. führen.

Aus meiner Sicht gilt grundsätzlich: so lang der Hund nicht gelernt hat zuverlässig an der lockeren Leine zu laufen sollte er immer am Geschirr geführt werden. Viele Kunden sind zunächst skeptisch. „Zieht er am Geschirr nicht noch mehr“ ist eine Frage, die man als Hundetrainer häufig hört. Stärker wird der Zug am Geschirr eher nicht. Überraschenderweise ziehen Hunde in vielen Fällen am Geschirr sogar weniger.

Und wie macht man es jetzt richtig?

Damit der Hund lernt, an der lockeren Leine zu gehen, darf er einfach keinen Erfolg mehr damit haben, an der Leine zu ziehen. So einfach ist das. Das bedeutet: wenn der Hund zieht muss man stehenbleiben. Und zwar immer. Und wenn er schön mitläuft muss man das belohnen. Auf diese Art und Weise lernt der Hund sehr schnell, sich an seinem Halter zu orientieren und dass er nur dann an sein Ziel kommt, wenn die Leine locker ist.

„Aber man kann doch nicht immer stehen bleiben, wenn der Hund zieht! Wie soll das gehen, wenn man gerade eine Straße überquert oder schnell nach Hause muss? Das ist nicht alltagstauglich!“ höre ich den Hundehalter sagen. Doch das geht. Es gibt einen simplen Trick, wie Sie das Lockere-Leine-Training konsequent positiv trainieren können und so schnell zu einem Hund kommen, der neben Ihnen an der lockeren Leine geht. Vielleicht kommen Sie von selber drauf. Und wenn nicht, verrate ich Ihnen diesen Trick gerne im Einzeltraining. Und gebe Ihnen gleich noch einige weitere hilfreiche Tipps, damit auch Ihr Hund beim Spaziergang bald locker neben Ihnen herläuft.